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Alcyl

Lackieren mit Acryllack

Info

In diesem Artikel wird beschrieben wie eine Acryllack mittels Sprühdose ausgeführt wird. Ich beschreibe den Fall, dass das Holz des Boards direkt lackiert wird (also ohne Glassing). Dieses kann unter Umständen länger dauern als alle vorherigen Arbeitschritte zusammen.

Benötigt:

  • Farb-Acryllack (ich benutze „plasti-kote“ aus dem Baumarkt)
  • Ein Grundierung auf Kunstharzbasis
  • Schleifpapier (180er,)
  • Polierpaste
  • (Optional Zahnpasta)
  • Stofflappen (ich nehme dazu vorzugsweise alte Tennissocken)
  • Atemschutz !!!
  • Gut belüfteten Raum!!!!

Vorbereitung der zu lackierenden Fläche

Staubschutzfilter aufsetzen. Alles beginnt mit Schleifen. Die gesamte Fläche sollte zunächst mit 180er Schleifpapier geschliffen werden. Gelegentlich den abgeschliffenen Staub entfernen. Wenn sich die Fläche ausreichend glatt anfühlt und durch weiteres Schleifen keine Verbesserung zu erreichen ist, die Fläche mit einem feuchten Lappen ein bis zweimal abwischen. Durch das wässern stellen sich die übrig gebliebenen Holzfasern auf. Das Holz sollte sich nun wieder rauer anfühlen. Jetzt erneut schleifen, bis sich das Holz wieder glatt ist. Diesen Vorgang am besten so oft wiederholen, bis sich nach dem befeuchten keine Fasern mehr aufrichten. Wenn das der Fall ist, mit feinerem Schleifpapier weiter schleifen. Die Oberfläche dürfte sich langsam glasig anfühlen (das ist gut!). Zu erwähnen ist: Je sorgsamer geschliffen wird, desto besser wird der Lack und spart sich spätere Arbeit. Ich weiß: Schleifen stinkt, aber es ärgert einen am ende doch, wenn man Unebenheiten im Lack findet. Daher: Gut schleifen, es lohnt sich. Echt! Nach dem Schleifen sorgsam mit dem Board umgehen, am besten auf ein Stück Stoff legen, damit kein Kratzer o.ä. in die nun glatte Oberfläche gemacht werden.

Das Lackieren

Sicherheit zuerst: Das ganze Prozedere sollte in einem gute belüfteten und staubfreien Raum durchgeführt werden. Wenn die Temperaturen stimmen (ideal 21°C, es geht aber auch wenn es kälter ist) kann man es auch draußen, an einem windstillen Ort machen. Es sollte beim Sprühen immer ein Schutzfilter getragen werden. Alcyllacke sind alles andere als gesundheitsförderlich. Das Board am besten mit Draht an den Schraubenlöchern für die Achsen aufhängen. Ich nehme immer eine Grundierung, wenn ich einen komplett deckenden Lack haben möchte, sprich die Maserung des Holzes nicht mehr zu sehen seien soll. So einen Lack kann man auch ohne Grundierung erreichen, aber dazu benötigt man in der Regel sehr, sehr viel Farbe, da diese in den wenigsten Fällen so gut deckt, wie die Grundierung. Bevor es losgeht, die Dose gut schütteln. Und ich meine GUT SCHÜTTELN. Unter ner Minute braucht ihr da gar nicht erst anfangen. Nun zum eigentlichen Sprühen. Wenn ihr anfangt, die Düse nicht direkt auf das Deck richten! Die Lackdosen neigen am Anfang des Sprühens zum „Spucken“, was dazu führt, dass ihr Spritzer auf dem Deck habt die ihr später mühevoll runter schleifen müsst. Also am besten neben das Deck sprühen und dann immer weitersprühend auf das Deck gehen. Immer den Abstand von ca. 25-30 cm konstant halten. D.h. nicht den Arm einfach runterpendeln lassen, die Dose vom oberen Ende des Decks bis nach unten immer im selben Abstand halten. IMMER!! Nur dann ist eine gleichmäßige Lackverteilung gewährleistet. Wenn man zu nah an Fläche ist, kommt zu viel Lack auf die Oberfläche und es bilden sich die legendären „Lacknasen“, die wirklich schwer wieder zu entfernen sind. Wenn der Abstand zu groß ist kommt nicht genug Material bis auf die Oberfläche und die Locktropfen verlaufen nicht richtig und es bildet sich keine durchgehende Schicht. Zu der Sprühbahn. Idealer weise sollte man eine Bahn sprühen und die Dose dann so versetzten, dass die neue Bahn die vorherige zur Hälfte überdeckt. Die erste Schicht wird nicht decken. Dadurch aber nicht verführen lassen direkt noch mal drüber zu gehen. Hier lohnt sich Geduld wirklich. Nach ca. 30-60 min kann die nächste Lackschicht aufgetragen werden. Mit jeder weiteren Schicht wird der Lack immer deckender. Nach ca. 3-4 Schichten Grundierung sollte von der Maserung nichts mehr zu sehen sein. Nun das Deck 2 Tage trocknen lassen. Nach 1 Stunde ist der Lack zwar griffest, aber er lässt sich noch nicht wirklich schleifen. Wenn man es doch tut, so wird man feststellen, dass sich kleine „Würste“ bilden die am Schmirgelpapier kleben bleiben und dass der Lack ungleichmäßig abgetragen wird. Im schlimmsten Fall bekommt man kleine Kuhlen in den Lack. Also warten und schon mal Griptape ausschneiden oder so. Nach den 2 Tagen den Lack mit einem auf einen Schleifklotz gespannten Nassschleifpapier (600er) und ein wenig Wasser vorsichtig glatt schleifen. Das Schleifpapier vorher am besten über Nacht in Wasser einweichen lassen. Nicht mit zu viel Druck schleifen, da man sonst schnell wieder auf das Holz runtergeschliffen hat. Ist dies vollbracht mit einem Tuch den Schlonz abwischen und alles trocknen lassen. Nun kann mit dem Farblack weitergearbeitet werden. Hier wird genauso verfahren wie, vorher beschrieben. Nach 3-4 Schichten sollte die Farbe satt deckend sein. Nun wieder mit wie oben beschrieben mit Nassschleifpapier den Lack glätten und warten, bis die Oberfläche vollständig getrocknet ist. Dann kommt eine allerletzte Lackschicht drauf. Diese wird nicht mehr geschliffen, daher hier besonders akkurat und vorsichtig sprühen. Nun das ganze aushärten lassen. Minimum 3 Tage, und dass ist wirklich Minimum. Gut sind 7 Tage. Wenn man eine Ultra-Mega-Triple-Fancy-Spiegeloberfläche polieren will (wie Gitarrenbauer) lässt man den Lack am besten 3 Wochen (!!!!!!) komplett aushärten. Aber für ein brauchbares Ergebnis reichen 3-4 Tage. Etwas Autolack-Polierpaste auf das Deck tröpfeln und dann mit eine Stofftuch kreisförmig polieren. Nicht zuviel Druck! Lieber mehrere Schritte hintereinander. Die überschüssige Paste mit einem Tuch abwischen und das ganze wiederholen. Es empfiehlt sich, eine Lichtquelle (Schreibtischlampe) in der Nähe zu haben. Über die Licht-Reflexionen kann man überprüfen, ob die Oberfläche gleichmäßig poliert ist. Wenn man dass ganze mehrfach wiederholt und sich ausreichend Zeit lässt kommt man gut auf das Nievau von einem schönen Autolack (mein Eindruch). Man kann das Deck als Spiegel nehmen ;-) Für alle die noch einen Schritt weiter gehen wollen: Nach dem Polieren mit der Paste, wird zur Zahnpasta gegriffen. Die Schleifpartikel in Zahnpasta sind noch feiner, als die in der herkömmlichen Polierpaste für Lacke. Damit lässt sich wirklich eine Glas-glatte Oberfläche erreichen.

Nachwort

Bei dieser Anleitung erreicht man ein Einfarbiges Deck. Es kann natürlich auch mit mehreren Farben gearbeitet werden. Häufig wird auch noch mal mit Klarlack darüber lackiert. Dann wird das letzte Schleifen und das Polieren nur auf die Klarlackschichten angewendet.

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Zuletzt geändert am 17.06.2008 22:25 Uhr